Transkontinentale Behandlung

Glücklicherweise gibt es auch sehr schönes zu berichten: das Sorgenkind, von dem ich im letzten Blogbeitrag geschrieben habe, hat sich gut erholt und ist – soweit ich beurteilen kann, gesund. Das hat es einer „transkontinentalen Behandlung“ zu verdanken:

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Der kleine Patient, noch in ziemlich elendem Zustand (auch wenn man es ihm auf diesem Bild nicht so ansieht)

Am Abend nach der Geburt konnte ich per WhattsApp eine meiner Kolleginnen vom s’Hebammenhaus erreichen und sie um Rat bitten. Sie hat dann sofort mit Kinderkrankenschwestern der Villingen Kinderklinik Kontakt aufgenommen und mir deren Schema zur antibiotischen Behandlung von schweren angeborenen Infektionen geschickt. Noch später in der Nacht, es war schon gegen 23 Uhr hiesiger Zeit, hat sie eine der Oberärztinnen der Kinderklinik erreichen können, die mir schon bei meinem letzten Aufenthalt hier Ratschläge gegeben hat. Nach deren Anweisungen und in telefonischer Absprache mit Dr. Kapungu, habe ich (das erste Mal in meinem Leben) einen Katheter in die Nabelschnurvene gelegt, viel Sauerstoff gegeben, die Antibiotika verabreicht und die Großmutter und eine der Nachtschwestern in die Flüssigkeitsgabe eingewiesen.

Am nächsten Morgen war es schon deutlich besser und der kleine Mann konnte sogar schon etwas gestillt werden. Die weitere Gabe von Sauerstoff tagsüber war etwas schwierig, weil der Kreißsaal dauerbelegt war, aber das Sauerstoffgerät natürlich dort steht, neben dem Wärmebettchen. Aber die Großmutter saß immer mal wieder zwischendurch mit dem Baby am Gerät und war schon sehr geübt im Halten des Sauerstoff- Schlauches und im Füttern von Glucoselösung.

Ich hatte letztes Jahr ein kleines Gerät mitgebracht, mit dem man den Sauerstoffgehalt des Blutes messen kann (ohne Stechen! einfach den Finger reinstecken). Als ich ankam, waren die Batterien leer und es gibt hier nur Batterien in sehr schlechter Qualität zu kaufen. Wir haben unsere eigenen Akkus verwendet, aber auch die mussten immer wieder zwischendurch aufgeladen werden. Das sind Probleme, die wir in Deutschland nicht mehr kennen. In diesem Fall (und inzwischen auch in anderen Fällen) war ich sehr froh, dieses Gerät zur Verfügung zu haben, weil sowohl zu wenig, als auch zu viel Sauerstoff dem Kind schaden kann.

Am Sonntag früh kam ich zum Wochenbettzimmer hoch und habe schon vor der Tür lautes Schreien gehört: unser kleiner Patient hat lautstark Frühstück verlangt. Wer so laut schreien kann, ist gesund 🙂

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Das ist der kleine Mann heute, mit seiner überglücklichen Mama                                                         (sie hat eine alte Augenverletzung und ist auf dem Auge blind, aber „sie hat sich daran gewöhnt“)

Ich kann nie mit der Mama oder einer der Verwandten sprechen, ohne mit „Danke“ und „Gott segne Dich“ überschüttet zu werden – das gebe ich hiermit an meine deutsche Kollegin, die Villinger Kinderkrankenschwestern und vor allem an die wunderbare, hilfreiche Kinderärztin weiter!

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