Kurze Zwischenbilanz

Heute an Silvester soll man ja innehalten und sich ein bisschen Zeit nehmen, das alte Jahr zu betrachten und Wünsche und „gute Vorsätze“ in das Neue hinein zu nehmen. Unsere Zeit hier in Isoko ist nun auch schon weit über die Hälfte vergangen und ich will mal eine kurze Zwischenbilanz wagen.

Krankenhaus: die Schwestern und Ärzte leisten unter schwierigen Bedingungen sehr engagierte Arbeit, die meisten mit viel Herzblut. Die gesundheitspolischen Vorgaben machen die Aufgabe nicht einfacher und die Personalnot an qualifizierten Schwestern/Pflegern und Ärzten ist eklatant.

Ich konnte einige Fortbildungs- Seminare durchführen und habe viel „on- job- training“ versucht, das heißt: während der täglichen Arbeit Anleitungen und Training zu geben. Ein weiterer Schwerpunkt war, die Etablierung von Qualitätsverbesserungs- Maßnahmen, die das tansanische Gesundheitsministerium fordert, dabei konnte ich die Pflegedienstleiterin untersützen. Außerdem konnte die Vermittlung von Fördergeldern und der dazugehörige Schriftkram unkompliziert abgewickelt werden, was für die Klinikleitung eine große Erleichterung war und Anschaffungen und Renovierungen enorm beschleunigt hat.

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Das durch den Baum zerstörte Haus ist fast fertig! Mbughi – Universalgenie – ist schon bei der Innenrenovierung

Sehr hilfreich war die „transkontinentale Zusammenarbeit“ mit der deutschen Kinderärztin, mit deren Hilfe ich eine Behandlungsanleitung für schwer kranke Neugeborene erstellen konnte und Dosierungs- Schemata für die Gabe von Antibiotika.

Wünsche und Vorsätze: im Moment „hängt“ das mit den Seminaren etwas – aufgrund der Feiertage und Urlaub der Pflegedienstleiterin. Da wir noch zwei Wochen nach Mbozi in das dortige Krankenhaus wollen, wird die Zeit schon etwas knapp. Wir werden im neuen Jahr eine Zeitplan machen, da es noch einige Themen gibt, die mir am Herzen liegen. Auch die Arbeit mit dem QM- System braucht noch stabilere Füße, aber der Anfang ist sehr viel versprechend.

Artemisia- Garten- Projekt: Stephan ist es gelungen, die „schlafende Schönheit wachzuküssen“. Er konnte zusammen mit den Gärtnern viele Verbesserungsmaßnahmen umsetzen, neue, bisher brach liegende Felder bestellen und somit ebenfalls bestes „on – job- training“ durchführen. Erste Gespräche zur Kooperation mit anderen Projekten und zur Findung von Märkten wurden geführt und auch diese sind viel versprechend. Ein weiterer Mitarbeiter konnte gewonnen werden und Aufgabenbeschreibungen für das Projekt und die tägliche Arbeit wurden erstellt.

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Arbeitstreffen in Mbeya mit Reginald Mginah, dem sehr erfahrenen Seminarleiter der Heilpflanzenseminare (Bildmitte). Rechts ist Peter Swilla, der neue Mitarbeiter des Projektes

Wünsche und Vorsätze: eine gute Kommunikationsmöglichkeit muss geschaffen werden, um das Projekt auch von Deutschland aus weiter begleiten zu können. Eine der wichtigsten Aufgabe ist die Vermarktung der Produkte – da müssen die angefangenen Wege ausgebaut werden. Das Ziel, die finanzielle Selbständigkeit des Projektes und die Förderung der Gesundheit der Bevölkerung, kann noch ausgebaut werden mit Hilfe von weiteren Treffen und Seminaren – auch da brauchen wir einen guten Zeitplan. Eine ganz praktische Arbeit wird die Errichtung von 52m Zaun sein, um den Garten zu schließen und weitere Diebstähle und Zertrampeln von Gemüse und Arzeneipflanzen zu verhindern.

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Die Treppe aus dem Garten raus – die obere Seite ist offen

Waisenkinder- Projekt: mit diesem Projekt haben wir nur indirekt zu tun, aber da wir eng mit Enea zusammenarbeiten, fließt es an einigen Stellen in unsere Arbeit mit ein – was man an den Blogbeiträgen sehen kann. Das Projekt hat einige Veränderungen durchlaufen, da man aus Kapazitätsgründen die Anzahl der unterstützten Kinder drastisch reduzieren musste. Zur Zeit sind es 80 Grundschulkinder, 124 Kinder in der Secondary School und 10 Jugendliche in der Berufsschule, die mit Schulgeldern, Schuluniformen- und Materialien gefördert werden. Enea sieht die Kinder zu verschiedenen Gelegenheiten im Jahr und unterstützt, wo sie kann – nicht nur die Kinder, sondern auch die Angehörigen, die sie versorgen. Neben den Kindern besucht sie auch bedürftige alte Menschen (siehe Blogbeitrag) und trifft und berät die Gruppe HIV- Infizierter.

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„Ich bin auf Nikolaus‘ Liste bei den Guten!“ das gilt doch eigentlich für alle Kinder 🙂

Wünsche und Vorsätze: ein ganz großer, langjähriger Wunsch wurde Ende letzten Jahres von Mission 21 erfüllt: ein eigenes Auto für das Projekt. Enea ist, mit Hilfe von Claudia Zeising die gute Kontakte hat, dabei, ein Auto zu besorgen. Das gibt ihr ganz andere Möglichkeiten der Besuche und Versorgung der bedürftigen Menschen.

Wir „privat“: die Zeit hier in Isoko und auf unseren Reisen hat uns mit vielen großartigen Menschen zusammengebracht und wir durften viele bereichernde Erfahrungen machen. Der Kontakt zu unseren Kindern, Familien, Freunden, Kolleginnen, den Mitarbeitern von Mission 21 und HMH und vielen anderen Menschen war meistens problemlos möglich und erleichtert uns das „in der Ferne sein“ sehr. Wir sind vor Unfällen und (den meisten) Krankheiten bewahrt worden, dafür sind wir sehr dankbar.

Wünsche und Vorsätze: am meisten kämpfen wir noch mit dem Kisuaheli und ich fürchte, ein fließendes Reden schaffen wir nicht mehr. Ansonsten wünschen wir uns natürlich, dass wir einige der angefangenen Fäden noch weiterspinnen können, so dass sie nicht abreißen, wenn wir weg sind.

Soweit mal, in aller Kürze und ganz unvollständig, eine kleine Zwischenbilanz.

Stephan und ich wünschen allen Blog- Leserinnen und -Lesern ein fröhliches Silvester und und ein behütetes und gesegnetes neues Jahr!

 

 

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6 Kommentare zu „Kurze Zwischenbilanz

  1. Liebe Christiane,

    Dir und deinen Mann auch einen fröhliches Silvester und ein gutes ankommen im neuen Jahr. Möge es stets friedvoll und gesund für Euch verlaufen.
    Liebe Grüße Carina und Familie.

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  2. Liebe Christiane,
    wahrscheinlich kennst Du mich nicht (mehr), ich bin eine Mama „vom Hebammenhaus“. Ich wünsche euch alles Gute im neuen Jahr und wollte nur mal sagen dass ich es ganz toll finde was ihr da macht!
    Herzliche Grüße
    Martina

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    1. Vielen Dank, liebe Martina, das freut mich sehr! Verrätst Du mir denn noch, welche Martina Du bist? Vielleicht kenne ich Dich ja doch 😉 Ich wünsche Dir und Deiner Familie auch ein wunderbares, erfüllendes neues Jahr! Herzliche Grüße, Christiane

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      1. Kann ich machen. Meine Tochter ist im Mai 2014 bei euch auf die Welt gekommen, in Begleitung unserer Lieben und unvergessenen Katja. Ist also schon eine Weile her dass wir Asel´s bei euch waren. Das zweite kommt jetzt im März, also werden wir uns wohl nicht mehr sehen. Nur zwischendurch sind wir uns dort mal über den Weg gelaufen, aber kein wirkliches Treffen gehabt.

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  3. Dankeschön! Das hilft mir schon weiter und zumindest an den Namen erinnere ich mich 🙂 Im März starte ich auch wieder im s’Hebammenhaus, also bestehen noch Chancen auf ein weiteres „über den Weg laufen“. Herzliche Grüße, Christiane

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