Erste Schritte im neuen Jahr

Jetzt ist zwar schon 2018, aber ich werde den Blog nicht umbenennen…
Der Silvesterabend und die Neujahrsnacht waren für uns recht ruhig, wir waren allein und haben, statt des traditionellen Racchlettes, frische, sonnengereifte Ananas gegessen

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Lecker und viiiel gesünder als Racchlette…

Gegen 3 Uhr in der Nacht bin ich mal wach geworden, von lautem Lärm unten im Dorf. Es klang, als sei ziemlich viel Alkohol im Spiel und ich war froh, dass wir oben im Krankenhausgelände in einem sicheren Haus wohnen.
Am Dienstag ging dann der Alltag wieder los: Stephan und die Gärtner haben im Wald Pfosten geschlagen für den neuen Zaun. Es sind ordentliche Baumstämme, da wird der Zaun schön stabil werden! Artemisia haben sie auch wieder geerntet, aber das Trocknen ist schwierig, denn das Wetter sieht meistens so aus:

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Isoko versinkt im Regen

Stephan ist dabei, Konstruktionspläne für einen Trocknungsschrank zu machen, der auch mit wenig Sonne ein effektives Trocknen ermöglicht, aber ob dieses Projekt noch zeitlich reinpasst, muss man sehen. Aus Deutschland haben uns via Bad – Boll -> Dar es Salaam ->  Rungwe (neben einem neuen Scheren- Schärfgerät für die stumpfen Krankenhaus- Scheren), 3 Hygrometer erreicht. Diese neuen Hygrometer, mit denen man den Trocknungsgrad der gelagerten Pflanzen bestimmen kann, werden getestet und sie scheinen ganz gut zu messen – zumindest zwei der drei Geräte zeigen den gleichen Wert, eines ist immer etwas „voraus“.
Am Mittwoch habe ich wieder, nach der Weihnachts- und Silvesterpause, ein Seminar gehalten, diesmal zum Thema: „Wie kann ich die Blutungsmenge abschätzen“. Asekisye hatte mir Pflanzen gezeigt, die Wasser rot färben und so habe ich 3 L „Blut“ hergestellt (obwohl es mehr lila als rot war…). Wir hatten diese Fortbildung auch schon im s’Hebammenhaus gemacht und es ist eindrücklich, dass man eigentlich in der Regel den Blutverlust geringer einschätzt, als er tatsächlich ist. Aber es ist auch gut zu wissen, wieviel Verlust die meisten Menschen problemlos wegstecken. Eindrücklich war auch, dass ich vorspielen konnte, wie es ist, wenn die Sachen nicht im Schrank sind, wo sie hingehören: Spritzen sind keine mehr da, das Medikament ist gerade nicht da, die Hebamme ist alleine und keine Hilfe in der Nähe – und die ganze Zeit läuft das Blut. Leider nicht erfunden… Das mit den „Fünf S“ klappt noch nicht so wirklich. Zum Glück gibt es „Rettungsstrategien“ und die haben wir zusammen besprochen und (wieder) ins Bewusstsein geholt.
Am nächsten Tag mussten wir überraschend noch einmal nach Mbeya wegen unserer Aufenthaltsgenehmigung (diese Angelegenheit würde einen ganzen Blog füllen) und konnten glücklicherweise unseren geplanten Aufenthalt in Mbozi vorverlegen, so dass uns eine weitere Fahrt erspart blieb.

Mbozi liegt zwischen Mbeya und der Grenze nach Zambia und ist auch eine Gründung der Herrnhuter Missionare mit einem Krankenhaus. Ich war schon zweimal hier vor gut 10 Jahren und wollte unbedingt die Gelegenheit zu einem Besuch nutzen.

Am Freitag haben wir einen sehr ausführlichen Rundgang gemacht und haben alle Abteilungen besichtigt. In 2011 wurde eine zum Krankenhaus gehörige Krankenpflege- und Hebammenschule eröffnet, in einer Kooperation mit der Universität in Genf. Der Schulleiter und die Lehr- Hebamme haben mich gleich „einkassiert“ zum Unterrichten – so viel, wie in einer Woche möglich ist.

Das Krankenhaus ist gerade dabei, sich von einer sehr schweren Krise zu erholen und steht vor großen Herausforderungen. Leider ist das Internet hier in Mbozi ziemlich schwach, so dass ein ausführlicher Blogbeitrag erst nächstes Wochenende kommen wird, wenn nicht jedes Bild 5 Minuten zum Hochladen braucht!

 

 

 

 

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